Trendanalyse Nasdaq 5.11.2020

Wie in meiner Marktanalyse Oktober 2020 bereits festgestellt, schwächelt aktuell nicht nur der langfristig fallende Gesamtmarkt sondern auch die Nasdaq.

Daher schaue ich heute genauer auf die Trendentwicklung in der Nasdaq.

Analyse

Seit dem Corona-Crash konnte die Nasdaq recht zügig einen steigenden T19-Trend entwickeln. Dieser Trend hielt ca. 6 Monate bis zum Trendbruch am 17.9.2020. Anfang Oktober 2020 wurde der fallende T19-Trend zwar bestätigt, durch das positive Momentum schaffte aber der Index am 9. Oktober wieder einen Trendausbruch nach oben. Leider konnte der steigende T19-Trend (grün) nicht bestätigt werden, da er bereits 28.10.2020 wieder gebrochen ist, so dass der Index sich nun wieder in einem fallenden T19-Trend (rot) befindet. Zudem hat sich nun auch ein übergeordneter fallender 2-Monatstrend entwickelt, der einen Widerstand für die weitere Entwicklung nach oben darstellt.

Prognose

Positive Annahme: Sollte der Index bis Ende der KW 45 ein positives Momentum entwickeln, gehe ich davon aus, dass der Index zügig auch den Widerstand von 12200 überspringt und dann nach dem Trendwechsel mit dem neuen T19-Aufwärtstrend sich in der Folge nach oben entwickelt und auch den ATH bei 12400 überspringt.

Negative Annahme: Bleibt dieses positive Momentum aus oder der Sprung über den Widerstand von 12200 wird nicht bis Mitte November vollzogen, dann gehe ich davon aus, dass die Kurse wieder zurück auf die Monatstiefs von 11000 fallen.

Marktanalyse Oktober 2020

Der Oktober als Börsenmonat ist statistisch gesehen ein guter Monat. Dieses Jahr trifft dies aber nicht zu. Mit dem Oktober endet nun nach dem Gebert-Indikator das Sommerhalbjahr und beendet die demnach eher schwächere Börsenphase.

Marktlage

Wie bereits in der Oktober-Marktanalyse festgestellt, wurden im Corona-Crash z.T. langjährige Unterstützungen gebrochen. Daher befinden sich der Gesamtmarkt weiterhin in einem Trading-Markt. Das fiktive Gesamtmarktwachstum fällt mit -0,61 % zurzeit negativ aus. Die technische Bewertung deutet mit einem Wert von 3,9 auf einen allgemeinen langfristigen Abwärtstrend hin, der sich seit einigen Monaten in einem laufenden Turnaround befindet. Die Tendenz ist fallend.

Beim Blick auf die Wachstumszahlen und die technische Verfassung der regionalen Märkte stehen folgende Indizes im Ranking ganz oben:

TOP Wachstum Technisch
1 Nasdaq Nasdaq
2 Shanghai Shanghai
3 Tecdax Sensex

Bei den Land-/Region-Indizes ist die US-Nasdaq weiterhin das wachstumsstärkste Segment, die sich auch aus technischer Sicht in bester Verfassung befindet. Es ist der einzige Index, der sich weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet. Der chinesische Shanghai-Index folgt in zweiter Reihe und macht klar, warum die Stimmung zwischen den USA und China seit einiger Zeit bereits sehr angespannt ist.

Die allgemeine Tendenz im Wachstum und in der technischen Bewertung der regionalen Indizes ist fallend. Dies macht sich auch in den TOP-Indizes bemerkbar, lediglich der indische Sensex hat sich technisch im Vergleich zum Vormonat leicht verbessert.

In der Branchenanalyse zeigt sich die Technology weiterhin als die wachstumsstärkste Branche, verliert aber zurzeit ein wenig an Geschwindigkeit und ist daher aus technischer Sicht ein wenig angeschlagen. Branchen wie Consumer und Biotech, die ja beide zu den wachstumsstarken Branchen zählen, stehen zurzeit etwas fester.

TOP Wachstum Technisch
1 Technology Consumer
2 Consumer Biotech
3 Biotech Communication

Analog zu den regionalen Indizes verlangsamt sich das Wachstum in den TOP-Branchen. Auch die technische Situation hat sich nach den Kursverlusten tendenziell verschlechtert. Lediglich Biotech und Communication konnten Ihre technische Situation verbessern.

Markttrend

Der Markttrend T19 soll nun die Frage nach dem Timing für evtl. Setups oder Exits beantworten.

Lediglich 22% der Indizes sind zurzeit in einem Aufwärtstrend, der Rest entweder instabil mit Trendbrüchen oder im Abwärtstrend. Auch das Momentum ist zurzeit sehr negativ, beinahe überall fallend.

Von den ausgewählten TOP-Indizes ist nur der indische Sensex in einem Aufwärtstrend genauso wie die Branchenindex „Communication“. Beide befinden sich aber in einem negativen Momentum.

Es zeigt sich recht eindeutig, dass der Gesamtmarkt in einer Korrektur steckt, die fast alle Teilmärkte erreicht hat.

Prognose

Der Gesamtmarkt befindet sich in einem langfristigen Abwärtstrend mit fallender Tendenz. Auch die besten Teilmärkte werden von diesem schlechten Umfeld inzwischen nach unten gedrückt und erleiden Trendbrüche. Die Trendanalyse zeigt eine aktuell laufende Korrektur, die die Märkte in Richtung der Corona-Tiefs drücken könnte. Mitte November wird es sich zeigen, ob die aktuellen Trendbrüche bestätigt werden und die Märkte in einen negativen Trend übergehen.

Die genannten Top-Indizes sollten als Vorboten einer Trendwende beobachtet werden, denn die ersten Anzeichen einer Beendigung dieser Korrektur sollten sich im Momentum der besten Indizes zeigen.

Marktanalyse September 2020

Die Marktanalyse September 2020 blickt kurz zurück auf die Sommermonate und beschäftigt sich mit der aktuellen Lage.

Nach einigen Wochen Sommerpause gilt meiner erster Blick den Weltmärkten.

Nach dem Corona-Crash mit Tiefpunkt Mitte März konnten sich nahezu alle Indizes bis in den Juni hinein positiv entwickeln. Der Rebound war nach dem kurzen aber starken Crash erwartungsgemäß stark. Im Juni trennte sich dann die Spreu vom Weizen. Einige Indizes gingen anschließend in den nächsten drei Monaten nach unten, einige seitwärts und einige wenige nach oben.

Das aktuelle Ranking der Weltindizes sieht nach dem TA-Ranking aktuell folgendermaßen aus:

Rank Index Corona-Jahrestief
1 NASDAQ 0
2 Shanghai 1
3 DAX 6
4 Dow Jones 3
5 SENSEX 3
6 Nikkei 225 3
7 TecDAX 2
8 S&P/TSX 7
9 IBovespa 2
10 AustrAllOrd 7
11 EuroStoxx 7
12 RTS 2
13 Hang Seng 3

Der einzige Index, der kein neues Jahrestief erreicht hat, ist die Nasdaq. Stattdessen konnte die Nasdaq in den letzten 3 Monaten genauso wie der Shanghai ein neues Jahreshoch erreichen.

Alle anderen Indizes sind z.T. auf sehr markante neue Tiefststände gefallen. So sind z.B. der Eurostoxx und auch der AustrAllOrd auf 7-Jahresstiefststände gefallen.

Die Top-Indizes wie die anderen Out-(grün) und Marketperformerindizes (Gelb) konnten sich in den letzten 3 Montane über dem GD200 positiv entwickeln, während die Underperformer (rot) den Sprung über den GD200 nicht geschafft haben bzw. sich nicht darüber etablieren konnten.

Diese Underperformer ziehen aber nun seit Juli den Gesamtmarkt nach unten, so dass nun auch bei den besten Indizes T19-Trendbrüche zu beobachten sind, die Anfang Oktober mit großer Wahrscheinlichkeit bestätigt werden. Der sich daraus ergebende negative T19-Trend muss dann erstmal wieder nach oben gebrochen werden, damit man wieder an eine nachhaltige positive Entwicklung denken kann.

Zudem werden aus meiner Sicht die markanten Tiefststände aus dem März 2020 die Kurse wieder anziehen und die Börsen in den nächsten Monaten weiterhin negativ beeinflussen. Von einem allgemeinen langfristigen Aufwärtstrend an der Börse sind wir zurzeit daher weit entfernt.

Marktanalyse Juni 2020

Die Marktanalyse vom Juni 2020 möchte ich nutzen, um einen wichtigen Unterschied zwischen 2 Aktienprofilen zu erläutern.

Eine meiner wichtigsten Analysetätigkeiten im Trading ist das Kategorisieren von Aktien und Märkten. Dazu gehören in meiner Tradingstrategie zwei grundlegende Aktienprofile, nämlich die „Investaktien“ und die „Tradingaktien. Für jedes dieser Profile gibt es bestimmte Regeln für Setups und Exits, denn diese beiden Aktienprofile verhalten sich unterschiedlich und bieten in unterschiedlichen Marktphasen unterschiedliche Chancen und Risiken.

Dieses unterschiedliche Verhalten ließ sich in den letzten Wochen sehr gut in wichtigen Indizes wie der Nasdaq und dem Dow Jones beobachten.

Die Nasdaq stufe ich zurzeit als Investmarkt ein. Das Investprofil zeichnet sich durch einen stetigen Trend ohne große Schwankungen aus.

Nasdaq im Investprofil (traderfox.com)

Im Gegensatz dazu ist die Entwicklung im Dow Jones etwas instabiler, typisch in einem Tradingmarkt.

Dow Jones im Tradingprofil (traderfox.com)

Nach einem starken Anstieg im April konsolidierte der Dow Jones c. einen Monat in einem Seitwärtstrend, während die Nasdaq stetig weiter nach ob lief. Durch die Konsolidierung baute sich ein Range auf mit einem Wiederstand (rot) nach oben. Dieser Widerstand konnte überwunden werden und hatte zu einer starken Reaktion bei vielen Tradingaktien geführt.

Eine Analogie lässt sich im Dax und dem Tecdax beobachten. Auch hier konnte der TecDax im Investprofil stetig nach oben laufen, während der Dax im Tradingmodus mit größeren Schwankungen leben musste. Aktuell konnte auch hier der Ausbruch aus dem Tradingrange eine starke Reaktion bei vielen Dax-Trading-Aktien auslösen.

Unabhängig vom Profil zeigt der Markt weiterhin Stärke. Es gibt kaum Aktien, die eine deutliche Schwäche zeigen. Ganz im Gegenteil, man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass fast alle Aktien wie schon vor der Corona-Krise immer weiter ungebremst steigen.

Dies macht sich auch im Fear&Greed-Index bemerkbar. Dieser zeigt mit 66 Punkten bereits ein riskantes gieriges Umfeld, weshalb ich meine Risikoeinschätzung entsprechend anpasse.

https://money.cnn.com/data/fear-and-greed/

Marktanalyse Mai 2020

Marktlage

Wie üblich am Monatsanfang schaue ich mir die Situation an den Weltmärkten an.

Anfang Mai 2020 stehen wir weiterhin in einer Rebound-Phase nach dem Corona-Crash. Die Erholung der Teilmärkte setzt sich weiter erfolgreich fort, auch wenn die Dynamik sehr unterschiedlich ist. Vielfach wird diskutiert in welcher Form bzw. Formation sich nun die Weltwirtschaft erholen könnte. Es werden typische Formationen wie V, L, inv. J etc. angenommen. Aber macht es Sinn, diese Frage allgemein zu beantworten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Mai2020-Analyse.

Ich habe mir die Entwicklung meiner Welt-Indizes im Crash und in der folgenden Reboundphase näher angeschaut. Dabei stelle ich fest, dass sich die Welt in zwei Teile teilt, nämlich in die Technologieanbieter und den Rest der Welt.

Die einzigen beiden Indizes, die eine reelle Chance auf eine starke V-Erholung haben, sind die Technologieindizes Tecdax und Nasdaq. Nach unterdurchschnittlichen Verlusten während des Crashs haben die beiden Indizes im Rebound eine überdurchschnittliche Performance erreicht und haben bereits einen großen Teil der Verluste wieder zurückgewonnen.

Index Drawdown Retracement Performance
Tecdax -34,85 % 72,43 % 38,74 %
Nasdaq -30,15 % 82,47 % 35,59 %

Während Indizes wie der DowJones, Dax, kanadische S&P/TSX, Nikkei und der Shanghai mit ca. 50 % Retracement den Technologieindizes noch einigermaßen folgen konnten, sind andere Indizes aus der folgenden Übersicht mit hohen Drawdowns während des Crashs, geringen Rebounds und schwachen Retracements weit abgeschlagen.

Index Drawdown Retracement Performance
EuroStoxx -40,26 % 39,23 % 26,44 %
Hang Seng -25,86 % 36,40 % 12,70 %
AustrAllOrd -39,31 % 38,18 % 24,73%
RTS -48,48% 35,71 % 33,61%
IBovespa -46,67% 25,41 % 25,41%
SENSEX -38,10% 21,70 % 21,70%

Von hoffnungsvollen Rebounds kann hier keine Rede sein. Hier sieht es durchweg nach schwachen L-Erholungen aus.

Ergebnis

Die dynamische Entwicklung der Technologiemärkte ist sicher nachzuvollziehen. Die Folgen der Krise haben zu einer beschleunigten Entwicklung der Digitalisierung beigetragen und geben den Technologiemärkten viel Schwung. Dabei darf man aber nicht den Rest der Welt vergessen, denn der Rest der Welt, unabhängig davon ob Wirtschaft, Unternehmen oder die Konsumenten, hat sehr gelitten. Dieser Rest der Welt ist aber der große Kunde bzw. Abnehmer, Nachfrager und Anwender dieser Technologien. Dieser große Kunde wird nun sicher die notwendigen Investitionen in die notwendigen Technologien auch tätigen, aber dies wird gezielt und kontrolliert erfolgen, denn das Geld wird nicht so locker sitzen, wie man das die letzten Jahre gesehen hat.

Daher bin ich nach dem sehr dynamischen Rebound bei den Technologieaktien ein wenig skeptisch für die nächsten Wochen. Es gibt hier keinen Grund für eine längere negative Entwicklung, aber es gibt auch keinen Grund für eine neue Rekordjagd.

Marktanalyse April 2020

Der Gesamtmarkt befindet sich im April 2020 ganz im Zeichen des Rebounds. Der Corona-Crash hat die Indizes weltweit abstürzen lassen.

Während die Indizes in China und Hongkong mit 15% bzw. 26% Drawdown noch am Besten den Crash überstehen sind weltweit Verluste von 30 bis fast 50% zu verzeichnen. Das liegt aber vor allem daran, weil die asiatischen Indizes sich im langfristigen Abwärtstrend befinden und nicht so heiß gelaufen sind. Die durchschnittliche Performance seit den Tiefstständen vom Corona-Crash belaufen sich auf ca. 25%, nur in Asien ist das Aufholpotential wegen des geringeren Drawdowns kleiner. Generell zeigt sich häufig die Abhängigkeit zwischen Drawdowns und dem folgenden Rebound: je höher der Drawdown umso stärker das Reboundpotential.

Index max. Drawdown max. Performance
Shanghai -14,72% 4,92%
Hang Seng -25,86% 13,02%
NASDAQ -30,15% 21,15%
Nikkei 225 -31,25% 15,41%
TecDAX -34,85% 29,76%
Dow Jones -37,29% 28,21%
S&P/TSX -37,61% 26,15%
SENSEX -38,10% 19,85%
AustrAllOrd -39,31% 23,62%
DAX -40,00% 28,06%
EuroStoxx -40,26% 25,77%
IBovespa -46,67% 21,38%
RTS -48,48% 34,39%

Da das Reboundpotential nicht gleichzeitig ausgeschöpft wird, schaue ich mir die Reboundentwicklung an und vergleiche den Fortschritt. In meiner Tranalytics-Ausgabe vom 12.4.2020 beschreibe ich anhand der TecDax-Entwicklung meine Rebound-Meßmethodik.

Unabhängig von der Performance kehren die Indizes mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit in den Normalmodus zurück. Hier unterscheide ich in meiner Meßmethodik zwischen Leadern und Followern.

Ganz klar zu den Leader-Indizes zählen demnach die Technologie-Indizes TecDax und Nasdaq. Beide sind dabei ihren Trendturnaround erfolgreich einzuleiten und haben bereits im GD-Turnaround die ersten Widerstände gebrochen. Zu den schlechtesten Followern zählen der HangSeng, Shanghai und der Sensex-Index, die sich alle noch in der Phase des BB-Turnarounds befinden.

Die vielleicht aber noch wesentlich wichtigere Erkenntnis ist aber, dass der Rebound in allen Indizes weiterhin sehr stark ist und keine Schwäche zeigt.

Auch beim Blick in die Branchen zeigt sich viel Stärke und keine Schwäche im Rebound.

Healthcare, Technology und Communication führen hier mit neuen Monatshochs den Trendturnaround an und haben wie auch die Biotechs bereits einige Widerstände im GD-Turnaround bereits gebrochen. Dagegen läuft der Finanz- und Energiesektor dem Marktrebound hinterher.

Rang Branche
1 Health Care
2 Technology
3 Communication
4 Biotech
5 Materials
6 Utilities
7 Consumer
8 Industrials
9 Energy
10 Financials

Auch hier in den Branchen bleibt festzuhalten, dass der Rebound weiterhin sehr stark ist. Eine Schwäche ist zurzeit nicht zu erkennen. Auch der Fear & Greed Index zeigt zurzeit mit einem Wert von 35 eine weiterhin ängstliche Stimmung. Von einer Euphorie ist nichts zu spüren, daher gehe ich erstmal von einer Fortsetung des Rebounds aus. Spätestens bei wichtigen Widerständen wird sich aber die Geschwindigkeit des Rebounds sicher verlangsamen.

Marktanalyse März 2020

Die Märkte befinden sich nach ca. 15 Monaten mal wieder in einem Krisenmodus. Diesmal bringt der Virus „Corona“ aus China die Märkte aus dem Tritt.

Was unterscheidet die aktuelle Krise von der Krise Ende 2018?

Mit dieser Frage habe ich mich stellvertretend für die Märkte mit der Nasdaq beschäftigt. Ende 2018 wie auch jetzt Anfang 2020 stand die Nasdaq auf ATH, 2018 ca. 10% über dem GD200 und nun 2020 sogar 15% über dem GD200. Die Voraussetzung für eine kräftige Korrektur war also wie ich schon in meiner Januar-Marktanalyse festgestellt habe, gegeben. Der Virus kam also ganz passend, um die Märkte auf eine normale Bewertung zurückzuführen. In den letzten Wochen konnte man fast jede beliebige Aktie kaufen. Alles ging nach oben, das ist nun vorbei. Nun wird sich wieder die Spreu vom Weizen trennen.

2018 waren durch dem Handelskonflikt zwischen USA und China die Märkte bereits seit Januar 2018 schon schwierig gewesen sind. Diese negative Entwicklung fand dann ihren Tiefpunkt in der 3-monatigen Korrektur zum Jahresende 2018. In der Zeit verlor die Nasdaq 25% und einige gute Werte sogar bis zu 40%. Hier hatte sich dieses Risiko schon länger angedeutet.

In diesem Jahr liefen die Märkte global bis kurz vor der Krise sehr gut. Auch diesmal kam der Dämpfer aus China, aber diesmal kurzfristig und unvorbereitet. Während der Shanghai-Index und der Hang Seng bereits Ende Januar mit ca. 10% ordentlich einbrachen, feierte man auf der restlichen Welt weitere ATHs. Hier kam der Einbruch dann 4 Wochen später und mit über 15% innerhalb weniger Tage noch schlimmer als in Asien. Aus meiner Sicht sehen wir im Gegensatz zu einer längeren Korrektur 2018 zurzeit einen kurzfristigen Crash. Die nächsten 5-10 Tage werden aber darüber entscheiden, ob dies beim Crash bleibt und es anschließend wieder nach oben geht oder wir eine längere Abwärtsbewegung bekommen.

Ich habe daher die Branchenentwicklung der Nasdaq analysiert und unter anderem die Verluste in der Spitze gemessen.

Index Verlust Kurs > GD200
Biotech -13,01% X
Utilities -13,99% X
Health -14,68% X
Material -16,43%  
Nasdaq100 -16,46% X
Communication -16,83%  
Industrie -18,74%  
Consumer -19,02%  
IT -19,72% X
Finanzen -21,02%  
Energy -23,19%  
     

Demnach haben sich in dem aktuellen Crash bis zum 8. März 2020 neben den Versorgern vor allem die Biotech- und Health-Aktien gut gehalten. Auch der IT-Sektor , der aufgrund der überdurchschnittlichen Gewinne in den letzten Monaten zwar stark verloren hat, sollte immer unter Beobachtung bleiben. Diese Branchen und deren Aktien sollten in den 1-2 Wochen für eine Trendwende sorgen. Schaffen diese Branchen nicht führend einen Turnaround, dann muss man von einer längeren Abwärtsbewegung ausgehen.

Was mich aber zuversichtlich für einen erfolgreichen Turnaround stimmt ist die Tatsache, dass sowohl der Hang Seng- als auch der Shanghai-Index als Auslöser des Crashs sich nach dem Kursrutsch Ende Januar längst stabilisiert haben und der Shanghai-Index zurzeit der einzige Index ist, der einen positiven Trend auf Monatsbasis mit einem positiven Momentum aufweist.

Marktanalyse Februar 2020

In meiner Februar-Marktanalyse habe ich mich mit der Entwicklung der einzelnen Branchen beschäftigt.

Zunächst aber ein Blick auf die Weltmärkte.

Der Marktmomentum-Index zeigt ganz schön den durch den Coronavirus ausgelösten Marktschock und die schnelle Erholung. Weltweit schickten die Sorgen das Momentum nach unten. Während in Europa und in den USA die Märkte sich schnell wieder fingen, erleidet Asien und hier natürlich besonders Hongkong und China über 10 % Verlust in wenigen Tagen. Die Märkte außerhalb Asien zeigen Stärke und wollen den Aufwärtstrend fortsetzen. Die Dynamik des Pullbacks, vor allem bei den US-Halbleiteraktien, deutet auf ein starkes Bullen-Interesse hin.

Im Detail ist es interessant zu wissen, welche Branchen für diese überaus positive Entwicklung der letzten Wochen verantwortlich sind. Dazu habe ich mir die Geschwindigkeit der Kursentwicklung im kurzfristigen und langfristigen Horizont angeschaut.

Rang Index GD38-Wachstum GD200-Wachstum Kurs>GD200
1 IT 5,85% 2,89% 21,61%
2 Health 3,18% 1,94% 13,94%
3 Utilities 4,49% 1,79% 12,87%
4 Communication 2,71% 1,64% 10,42%
5 Finanzen 1,42% 1,41% 9,49%
6 Industrie 1,29% 1,34% 9,20%
7 Consumer 2,34% 1,29% 8,92%
8 Biotech 1,47% 1,15% 13,70%
9 Material 0,56% 0,67% 5,12%
10 Energy -0,21% -0,68% -3,84%

Die Tabelle zeigt die Entwicklung/Rendite der gleitenden Durchschnitte der letzten 2 Monate und die der letzten 200 Tage innerhalb des letzten Monats an. Zudem ist in der rechten Spalte der Abstand des aktuellen Kurses vom GD200 ausgewiesen.

Ganz klar führend ist der IT-Sektor mit einem monatlichen kurzfristigen Wachstum von 5,85% und einem langfristigen Wachstum von 2,89%. Da sich das GD38-Wachstum wohl nicht über ein ganzes Jahr halten lässt, konzentriere ich mich auf das GD200-Wachstum. Setzt man dieses für das ganze Jahr an, könnten sich Jahresrenditen von über 35% ergeben. Eine Konzentration auf die besten Aktien aus diesem Sektor, wäre also eine gute Wahl, um eine noch bessere Rendite zu erzielen. Mit über 20% Abstand vom GD200 ist dieser Index allerdings zurzeit technisch recht hoch bewertet.

Daher werde ich im Laufe des Jahres 2020 auch einzelne US-Aktien aus diesem Sektor in mein Depot aufnehmen.

Marktanalyse Januar 2020

Die Börsenstimmung ist am Jahresanfang 2020 weltweit auf dem Höhepunkt. Amerika, Europa, Australien, Indien bewegen sich nahezu auf ATH. Nur Asien läuft der Entwicklung noch hinterher.

Der Markttrend ist seit Mitte Oktober steigend und zurzeit auf dem Höhepunkt.
Das Marktmomentum ist nach einer kurzen Zwischenschwäche wieder auf dem Weg nach oben.

In den letzten Wochen hat vor allem die Nasdaq eine überragende Entwicklung genommen. Keine andere Börse konnte hier mithalten. Diese Entwicklung kann in diesem Tempo unmöglich so weitergehen. Ich habe daher einige Werte gemessen, um die Situation zu beurteilen.

  GD38-Wachstum GD200-Wachstum Kurs/GD38 Kurs>GD200
Texdax 4,01% 1,58% 2,27% 8,44%
Dax 1,50% 1,53% 1,96% 8,72%
Nasdaq 4,28% 2,10% 4,93% 13,81%
DowJones 2,56% 1,12% 2,11% 7,42%
Indien 2,08% 1,39% 1,42% 6,60%
Australien 0,75% 1,06% 2,30% 5,29%

Diese Tabelle zeigt die monatliche Entwicklung der gleitenden Durchschnitte. Der GD38 vom Tecdax und der Nasdaq steigen zurzeit mit über 4 % monatlich. Das wäre eine jährliche Rendite von fast 50 %. Das ist schwer vorstellbar, dass dieses Tempo anhält. Auch beim GD200 ist natürlich die Nasdaq führend. 2,10 % monatlich bzw. 25 % im Jahr wäre die Rendite, wenn es so weitergeht. Die Geschwindigkeit ist zurzeit also ziemlich hoch.

Dies macht sich auch bei der Risikobetrachtung bemerkbar, nämlich beim Abstand zwischen den Kursen und den GDs. Während die meisten Börsen ein moderates Risiko aufweisen, ist der aktuelle Nasdaq-Index zurzeit fast 14 % über dem GD 200. Das ist ein recht sicheres Zeichen für eine bevorstehende Konsolidierung bzw. Korrektur. In der Historie war dieser Wert fast immer ein Auslöser für eine stärkere Korrektur, die bis zum GD200 gehen kann.

Rück- und Ausblick 2019/2020

Rückblick 2019

Nach einem sehr schwachen letzten Quartal 2018, in dem auch viele gute Aktien 30 bis z.T. 50% ihres Kurswertes verloren haben, entwickelte sich das Jahr 2019 trotz sehr skeptischer Stimmung und schlechten Aussichten zu einem der besten Börsenjahre der letzten Jahre.

Das Jahr fing auf dem Jahrestiefststand an und endete praktisch auf dem Jahreshöchststand. Während die Nasdaq ca. 40 % gewann, konnte der Dax um 25%, der Dow Jones und der Tecdax immerhin um 20 % zulegen. Dabei profitierte vor allem die Nasdaq von einer starken Gegenbewegung auf das letzte Quartal 2018. Diese Bewegung konnte durch das Erreichen neuer ATHs fortgesetzt werden und ergab am Ende eine sehr starke Performance.

Auf Sicht von 12 Monaten zählen die folgenden Aktien zu den TOP5-Aktien aus der Nasdaq.

Rang Aktie Rendite
1 Advanced Micro Devices 126 %
2 Apple 88 %
3 KLA Corp. 86 %
4 ASML 86 %
5 Applied Materials 78 %

Dabei handelt es sich alles um beste US-Wachstumsaktien, die Ende 2018 ca. 40 % ihres Kurswertes verloren haben und anschließend nicht nur den Verlust wieder zurückgewonnen haben, sondern auch noch ein neues Jahreshoch erreicht haben.

Aber auch der deutsche TecDax muss sich hinter diesen Renditen nicht verstecken. Auch hier konnte man mit den TOP5-Aktien sehr gute Renditen erwirtschaften.

Rang Aktie Rendite
1 Dialog Semiconductor 101 %
2 RIB Software 96 %
3 Bechtle 85 %
4 Cancom 73 %
5 Nemetschek 69 %

Zu den TOP5 gehören mit Dialog, RIB Software und Cancom drei erfolgreiche Turnaroundwerte und mit Bechtle und Nemetschek zwei Top-Wachstumsunternehmen.

Ausblick 2020

Die überdurchschnittlichen Renditen wird es 2020 sicher so nicht nochmal geben. Zunächst fehlt uns eine Konsolidierung bzw. ein Abschwung für eine Gegenreaktion und zum anderen sind bereits viele Aktien auf dem ATH angekommen.

Trotzdem bin ich nicht negativ eingestellt. Viele Länder und Branchenindizes haben neue ATHs erreicht. Besser könnte die Stimmung also nicht sein, d.h. in solchen Zeit erfährt fast der gesamte breite Markt eine positive Entwicklung. Zudem wird auch weiterhin viel Geld in den Aktienmarkt fließen. Ich rechne damit, dass die ATH-Aktien weiter nach oben streben und vor allem die Nachzügler durch die gute Stimmung nach oben gezogen werden.

Irgendwann wird aber dann der Punkt kommen, an dem diese allgemein gute Stimmung kippt. Dann werden vor allem die Nachzügler als erstes wieder den Schwung verlieren. Es wird also weiterhin wichtig sein, die Out- und Underperformer zu identifizieren.