Der Marktcheck hat das Ziel, die Gesamtmarktlage faktenbasiert, kompakt und verständlich darzustellen, um daraus eine Prognose und Strategie abzuleiten.
Marktlage
Seit genau einem Jahr zeigt die Entwicklung des Gesamtmarktes nach unten und erreicht einen weiteren vorläufigen Tiefpunkt. Die fortschreitende Verschlechterung hat nun inzwischen auch die bisherigen Marktstützen in den USA wie den Dow Jones und die Nasdaq erreicht.
Die letzten beiden Märkte, die sich noch auf höchstem Niveau bewegen, befinden sich in Indien und Kanada. Ansonsten kämpfen viele Märkte zurzeit mit dem GD200. Sollten sich die Märkte nicht kurzfristig wieder über dem GD200 stabilisieren, muss von einer nachhaltigen und länger andauernden Abwärtsbewegung im Gesamtmarkt aber auch in den wichtigen Märkten ausgegangen werden.
Trendleader sind gemäß meiner Klassifizierung die zurzeit am höchsten eingestuften Aktien (Chartklassifizierung = 8 (Championsleague), T19-Trend auf ATH, überdurchschnittliches technisches/unternehmerisches Wachstum, Outperformer) in meinem Tradingdepot.
Der Blick in meinen Trendguide zeigt in meinen 6 Trendwelten vor allem bei den Halbleitern eine überdurchschnittlichen Lage.
Die aktuelle Korrektur, ausgelöst durch Underperfomer und vollendet durch die BigTechs, hat nun auch viele dieser Halbleiter-Aktien z.T. 15-20% nach unten gezogen. In der folgenden Liste habe ich meine Halbleiter-Trendleader aufgelistet, die aus meiner Sicht nun ein sehr gutes CRV für einen potentiellen Rebound besitzen.
Die meisten davon habe ich auch in mein Wikifolio aufgenommen.
Der TradingRadar ist ein Timing-Instrument und hat das Ziel, die kurzfristige Marktentwicklung zu visualisieren, um das grundlegende Timing für Setups und Exits zu bestimmen.
Gesamtmarkt
Allgemein
Im Vergleich zur Vorwoche hat sicher der Markt deutlich verschlechtert. Dem bereits letzte Woche genannten Abstieg des Tradepegels ist diese Woche nun auch das Momentum nach unten gefolgt. Zudem dreht nun auch der Trend nach unten.
Positiv
Das einzige relevante Marktsegment, das den Gesamtmarkt nach oben zieht, ist der indische Sensex. An diese positive Entwicklung kommt zurzeit nur Australien heran.
Negativ
Besorgniserregend ist zurzeit die Lage im Nikkei. Die Kurse setzen sich jetzt immer mehr unterhalb des GD200 fest und auch die Trendlinien GD30/200 signalisieren eine mögliche Bildung eines nachhaltiges negativen Trends.
Kernmärkte
Die Kernmärkte schwächeln weiterhin. Während die Value-Indizes in der letzten Woche das positive Momentum abgeben mussten, haben die Growth-Indizes wie Nasdaq100 und TecDax Trendbrüche erlitten. Meine relevanten Kernmärkte deuten also auf eine Fortsetzung der negativen Entwicklung hin.
Zur Wochenmitte ergibt sich zyklisch ein mögliches Signal für einen Einstieg. Zudem könnte im Nasdaq100 die sich nähernde GD200 dafür sorgen, dass der Widerstand den Kursverfall aufhält und einen Impuls nach oben signalisiert.
Trendleader sind gemäß meiner Klassifizierung die zurzeit am höchsten eingestuften Aktien (Chartklassifizierung = 8 (Championsleague), T19-Trend auf ATH, überdurchschnittliches technisches/unternehmerisches Wachstum, Outperformer) in meinem Tradingdepot.
In dieser Ausgabe stelle ich die Trendleader aus dem aktuellen Outperfomer-Segment DAX vor:
Aktie
Screening
Sektor
Branche
BAY.MOTOREN WERKE AG ST
P
Consumer Cyclical
Auto Manufacturers
Deutsche Bank Aktiengesellschaft
Financial Services
Banks – Regional
E.ON SE NA O.N.
Utilities
Utilities – Diversified
Linde plc
P
Basic Materials
Specialty Chemicals
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
Financial Services
Insurance – Reinsurance
SIEMENS AG NA O.N.
Industrials
Diversified Industrials
P = Premiumaktie
Weitere Aktien aus anderen Segmenten sind in meinem Tradingdepot gelistet.
Der TradingRadar ist ein Timing-Instrument und hat das Ziel, die kurzfristige Marktentwicklung zu verstehen, um das grundlegende Timing für Setups und Exits zu bestimmen.
Der Tradepegel deutet auf eine näher kommende Kaufgelegenheit. Dies wird auch bestätigt durch das fallende Marktmomentum und den stagnierenden Trend. Wird der Kaufzeitpunkt erreicht, empfiehlt es sich auf die Outperfomer-Segmente zu setzen.
In meinen Kernmärkten zeigt die Tradingampel vor allem bei den Tech-Indizes Nasdaq und Tecdax eine kurzfristige Underperfomance, während die Value-Indizes DowJones und Dax den Gesamtmarkt nach oben ziehen. Daher sind zurzeit die beiden zuletzt genannten Indizes als Outperfomer-Segmente zu bevorzugen.
Die aktuelle Technologie-Schwäche wird auch im Trendbarometer ersichtlich. Die grünen Outperfomer-Segmente sind meistens valueorientiert, der IT-Sektor ist zurzeit der einzige MSCI-Sektor mit einem Trendbruch.
Auch in der technischen Analyse lässt sich die unterschiedliche Entwicklung der Value- und Growth-Indizes gut erkennen. Während die Value-Indizes einen neuen T19-Trend ausgebildet haben, ist besonders im Nasdaq und im TecDax Vorsicht vor weiteren kurzfristigen und mittelfristigen Verlusten geboten.
Der Marktcheck hat das Ziel, die Gesamtmarktlage faktenbasiert, kompakt und verständlich darzustellen, um daraus eine Prognose und Strategie abzuleiten.
Marktlage
Ein Blick in die Daten und deren Entwicklung in 2021 zeigt in allen relevanten Kennzahlen wie Wachstum, Chartklasse, Trend und Risiko eine abnehmende Tendenz. Das GD-200-Wachstum ist 2021 von über 3% auf 1,23% gefallen. Ebenso ist auch die Chartklassifizierung von höchster Bewertung auf inzwischen unter 7 gefallen und hat damit das Championsleague-Niveau verlassen. Im Zuge der abnehmenden Tendenz wurde aber auch das Risiko deutlich abgebaut.
Dabei sorgten vor allem Asien und Brasilien für die abnehmende Tendenz im Gesamtmarkt.
Zu den Leader-Märkten zählen DowJones, Shanghai und Nasdaq100, während Nikkei, Ibovespa und HangSeng den Gesamtmarkt ausbremsen.
In den MSCI-Sektoren nehmen IT, Immobilien und Gesundheit die besten Plätze im Ranking ein.
Aus dem Gesamtmarkt und dem Marktkompass lassen sich für Januar 2022 folgende Vorgaben für meine Portfoliostrategie ableiten.
Seit einiger Zeit beherrscht bereits die Diskussion über die Sektorrotation die Ausrichtung der Anlagestrategie. Weg vom Growth hin zu Value? Bisher erfolgreiche Sektoren raus aus dem Depot und die bisher schwächelnden Sektoren rein ins Depot?
Dazu sollte man zunächst wissen, in welchen Indizes welche Sektoren dominieren.
Die Sektorübersicht zeigt, dass ca. 60% der Aktien in den beiden Tech-Indizes Nasdaq und TecDax aus den beiden Sektoren Technology und Healthcare stammen. Gerade in diesen beiden Sektoren sind viele hoch bewertete und häufig auch unprofitable Unternehmen zu finden. Das sind auch die Aktien, die zuletzt überdurchschnittlich stark verloren haben. Der Dax und der Dow Jones sind dagegen wesentlich ausgewogener strukturiert und beinhalten Unternehmen unter anderem aus den Sektoren Industrials, Financial Services und Basic Materials, also Sektoren mit Value-Unternehmen, die die Indizes im Gegensatz zu den Techindizes nach oben gezogen haben.
Auch in meinem Marktkompass lässt sich erkennen, warum die Indizes sich so unterschiedlich entwickeln. Industrials, Financial Services und Basic Materials führen das Ranking an während IT und Gesundheit auf den hinteren Plätzen zu finden sind.
Die Frage ist nun aber wie nachhaltig diese Entwicklung sein wird. Es ist bereits erkennbar, dass das einfache Growth zu Value bzw. Technology zu Industrie zu kurz gedacht ist. Denn auch in der Technology oder Gesundheit gibt es profitable Unternehmen zum fairen Preis. In der Technology trennen sich zurzeit die hoch bewerteten wachstumsstarken aber häufig unprofitablen Unternehmen von den stetig wachsenden profitablen Unternehmen, die sich nun wieder stabilisieren und neue Aufwärtstrends ausbilden.
Auch mein Branchen-Trendbarometer zeigt, dass kurzfristig der Druck nicht sektorrelevant ist. Die meisten Branchen sind bereits wieder im Aufwärtstrend, nur die beiden heiß gelaufenen Branchen wie Financials und Energy konsolidieren zurzeit.
Die Sektoren bleiben daher für mich weiter wichtig als Steuerinstrument für die Ausrichtung meines Portfolios, aber ich würde statt der Sektorrotation eher von einer Rotation von reinem und teurem Wachstum zum profitablen stetigen Wachstum sprechen. Ich werde daher weiterhin nach stetig wachsenden, profitablen und fair bewerteten Tech-Unternehmen schauen. Eine Investition in evtl. zu teure Zykliker bzw. Value-Unternehmen sehe ich als ein wesentlich größeres Risiko an als eine Investition in profitable Wachstumsunternehmen, die wesentlich schneller in die evtl. höheren Bewertungen reinwachsen werden.
Aktuell wird heiß diskutiert, ob in den Aktienmärkten, bestimmten Sektoren oder Trendmärkten eine Blasenbildung zu erkennen ist.
Ich habe in dieser Tranalytics-Ausgabe den Nasdaq100 analysiert und das gemäß vorliegender Wachstumsschätzungen erwartete KUV für 2021 und 2022 ausgewertet.
Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass der größte Teil der Nasdaq100-Aktien ein KUV von unter 10 hat, 2021: 75% und 2022: 81 %. Lediglich ca. 5% der Unternehmen fallen mit einem sehr hohen KUV von über 20 auf. Ist ein KUV von bis 10 für die breite Masse der Nasdaq100-Aktien zu hoch? Aus meiner Sicht nicht. Schaut man 10 Jahre zurück, als wir ein Zinsniveau von ca. 4% hatten, war es auch damals nicht unüblich, dass die Nasdaq-Aktien ein KUV von 2- 8 hatten. Angesichts der niedrigen Rekordzinsen sehe ich hier für die meisten Aktien kein großes Risiko. Anders sieht es für die teuren Aktien aus:
Aktie
KUV 2021
KUV 2022
Atlassian Corporation PLC
28,3
24,6
DocuSign Inc.
20,3
15,9
Okta Inc.
26,9
21,2
Zoom Video Communications Inc.
25,1
21
Trotz des hohen Wachstums dieser Unternehmen, werden diese Unternehmen unter steigenden Zinsen deutlich abgewertet. Diese hohen KUVs werden sich sicher nicht halten.
Ergebnis: Eine Blasenbildung ist im Nasdaq100 nicht erkennbar. Einige wenige Aktien werden diese Bewertung bei steigenden Zinsen nicht halten, aber in der Breite sind die Aktien zwar erhöht bewertet, aber das absehbare Wachstum der Umsätze und Gewinne sichert den Wachstumsunternehmen eine höhere Bewertung für die Zukunft ab.
Prognose: Das Risiko für die Wachstumswerte hängt von der Geschwindigkeit der Zinssteigerung ab. Je schneller die Zinsen steigen sollten, umso größer ist das Risiko für die hoch bewerteten Aktien. Entwickeln sich die Zinsen stetig aber langsam nach oben, dann werden die Wachstumsunternehmen über ihr Wachstum diese Entwicklung kompensieren. Sollten die Zinsen in der gleichen Geschwindigkeit steigen wie sie in den letzten 10 Jahre gefallen sind, werden die Wachstumsunternehmen damit gut leben können.
Meine Smart Data zum Markttrend zeigen weiterhin einen stabilen Aufwärtstrend im Gesamtmarkt. Der Trend wird nun auch noch durch ein steigendes Momentum unterstützt.
Grafik 1: Smart Data zum Markttrend vom 12. März 2021
Die allgemeine Aufwärtsbewegung wird allerdings durch die aktuelle Schwäche im Technologiesektor etwas abgeschwächt. Technologielastige Indizes wie der Nasdaq, Tecdax, Shanghai oder HangSeng ziehen den Gesamtmarkt spürbar nach unten, was sich in meinem Trendbarometer gut erkennen lässt.
Grafik 2: Smart Data zu Marktkräften im Trendbarometer vom 12. März 2021
Ähnliches lässt sich auch in den Sektoren beobachten. Bisher gut laufende Sektoren wie Biotech, Healthcare, Consumer, Technologie ziehen nun den Markt nach unten währen die Underperformer der letzten Zeit wie Energy, Financial, Industrials den Gesamtmarkt nach oben ziehen.
Ein Blick in die Charts zeigt sehr schön die unterschiedliche Entwicklung in den Growth- und Value-Indizes.
Grafik 3: Chartvergleich Growth vs. Value, USA vs. Deutschland
Während die Value-Indizes wie der Dow Jones oder DAX sich in einem stabilen Aufwärtstrend bewegen, entwickeln sich die Growth-Indizes wie der Nasdaq oder Tecdax in einem steilen Abwärtstrend gegen den Markt nach unten.
Hier ist die Lage besonders spannend, ob die steilen Abwärtstrends sich fortsetzen oder es zu einem Pullback kommt. Im Nasdaq ist nun die Marke von 13100 ganz wichtig, die über die Entwicklung der nächsten Wochen entscheiden wird. Wird diese Marke überwunden, gehe ich von einer Fortsetzung des Pullbacks aus. Im umgekehrten Fall erwarte ich anschließend wieder deutlich fallende Kurse. Angst und Gier sind hier sicher schlechte Berater, um diese Frage zu beantworten. Deswegen setze ich als Trendfolger auf den kurzfristigen Trend, der sich im Nasdaq in der letzten Woche gebildet hat. Solange dieser kurzfristige Aufwärtstrend intakt ist, bin ich zuversichtlich, dass der Nasdaq die Marke von 13100 knackt. Bricht dieser Trend davor, werde ich meine Cash-Reserven erhöhen. Ich gehe davon aus, dass diese Entscheidung darüber kurzfristig am 15./16. März 2021 fallen wird.
Der Gesamtmarkt durchläuft zurzeit in einem stabilem Aufwärtstrend eine kräftige Momentumkorrektur. Lediglich der Technologiesektor erleidet eine Trendkorrektur mit z.T. starken Kursverlusten in Einzelwerten.
Wikifolio-Kauf: PayPal Holdings Inc.
Aktie: PayPal Holdings Inc.
ISIN: US70450Y1038
Sektor: Financial Services / Credit Services
Kaufdatum: 3. März 2021
Kaufkurs: 211,50 EUR
Motivation: Trendfortsetzung nach Trendkorrektur auf ATH aufgrund Nasdaq-Trendkorrektur
Unternehmen: PAYPAL betreibt ein Online-Bezahlsystem, welches vor allem im Online-Handel eine sichere Möglichkeit für Geld-Überweisungen bietet. 2020 hat es einen Umsatz von ca. 21,4 Mrd USD erzielt, wächst jährlich mit ca. 20 % und ist mit einem KUV 2020 von 11 bewertet. PAYPAL gehört als ein langfristig stetig wachsendes Unternehmen zu dem stark wachsenden Mobile Payment Trendmarkt.
GD-Wachstum
Jährl. Umsatzwachstum bis 2022
Nettomarge 2020
EK-Quote 2020
KUV 2020
74 %
20 %
20 %
28 %
11
Motivation: Die aktuelle Trendkorrektur in den Technologiesektoren hat inzwischen auch die besten Aktien erreicht. So verlor PAYPAL vom ATH ca. 25 %. Leider hielt auch das Monatstief bei 255 USD nicht, so dass die Aktie einen Trendbruch erlitten hat. Dadurch wird die Aktie es nun etwas schwieriger haben in den alten Aufwärtstrend zurückzukehren bzw. die ATHs zu erreichen, aber die Aktie sollte als Outperformer einen kräftigen Pullback erleben, sobald die Korrektur nachlässt.
Trading-Plan: Durch den starken Kursabschlag von 25 % besitzt die Aktie nun ein hohes Potential für einen Pullback. Entscheidend wird sein, wie lange die Nasdaq-Korrektur noch laufen wird. Zudem ist der neue Abwärtstrend recht steil, was die Rückkehr in den Aufwärtstrend erschwert. Für eine Trendfortsetzung sollte die Aktie bis Mitte März ein positives Momentum schaffen, um anschließend neue ATHs anzugreifen. Ist bis dahin weder ein positives Momentum noch ein neues ATH in Sicht, wird die Aktie zu einer Verkaufsposition.
Das CRV ist zurzeit beim aktuellen Kurs von 240 USD deutlich günstiger geworden, auch wenn die laufende Korrektur nach unten generell viel Platz lässt. Die Chance eröffnet sich spätestens mit einer ersten Stabilisierung der Nasdaq.